Die Herstellung eigener Spachtelmassen ist nicht schwer, erfordert allerdings ein wenig Experimentierfreude. Für die Basis benötigt man Dispersionsbinder und Füllstoff. Die beiden „Zutaten“ werden mit einem Quirl oder Japanspachtel zu einem „etwas festeren Rührteig“ vermengt. Bei selbst hergestellter Spachtelmasse erhält man eine mattere, nicht so synthetisch wirkende Oberfläche wie dies bei gekauften Spachtelmassen oft der Fall ist. Je nach Auftrag entsteht eine zum Teil starke Rissbildung, die allerdings die Haltbarkeit der Masse nicht beeinträchtigt. Da man den Malprozess in Bezug auf die Reaktion des Materials nicht komplett steuern kann, muss man sich bei der selbst hergestellten Spachtelmasse unweigerlich auf ihre Lebendigkeit und das eventuell unvorhergesehene Ergebnis einlassen. Doch genau darin liegt der entscheidende Unterschied zu fertigen Spachtelmassen. Diese selbst hergestellten Spachtelmassen verbleiben, aufgetragen im richtigen Verhältnis von Binder und Füllstoff, fest auf dem Untergrund. Mögliche Rissbildungen nutzen Experimentierfreudige als zusätzliche, interessante Struktur und beginnen, mit dem Verhältnis von Binder und Füllstoff zu spielen. Daraus ergeben sich letztlich Strukturbilder, die nur über diesen Weg des „Sich-Ausprobierens“ zu erzielen sind. Die Materialien, mit denen man eine besondere Oberflächenoptik schaffen kann, sind äußerst vielfältig. Variationen entstehen durch die Verwendung unterschiedlicher Füllmaterialien: Neben Marmor- und Schiefermehl sind das z.B. Steinmehl, gewonnen aus dem Bearbeiten von Speckstein, gefundene Sande, Baukalke und Gipse, getrockneter Kaffeesatz, Holzmehl und Marmorgriese.