Isolde Folgers Arbeitsweise zu beschreiben ist ganz einfach: sehr sehr schnell und sehr experimentell. Bei Isolde wird gehandelt. Dabei fehlt es auch schon mal an präzisen Erläuterungen.

Isolde arbeitet meist mit sehr flüssigen Farben. Oft mit hochpigmentierten Airbrushfarben, aber auch mit flüssigen Acrylfarben. Wie eine Alchimistin kombiniert sie diese mit festen und zähflüssigen Lacken. Gerne auch mit selbst angemischten Pigment-Schellack-Lösungen. Spachtelmassen und eingeriebene Pigmente geben dem Ganzen eine strukturelle Grundlage, in die sie auch Collagematerialien einbindet.

Immer zwei Sprühflaschen zur Hand, eine mit Wasser, die andere mit Spiritus gefüllt, verwandelt Isolde das Vorgefundene blitzschnell in etwas Neues. Als wäre das noch nicht genug, ist der virtuose Auftrag ihres Zauberpulvers, einem dunklen Pigmentgemisch, das dem Werk Tiefe gibt, meist der Höhepunkt des malerisches Aktes.

Die zeichnerische Geste darf ebenfalls in ihren Arbeiten nicht fehlen. Allerdings wirken ihre Linien, eher informell aufgelöst, wieder unkenntlich gemacht. Hier greift sie gerne zum Woody Stabilo. Lackfäden gehören ebenfalls zum Repertoire. Aber auch Acrylfarben kommen zur Bearbeitung der Flächen zum Einsatz. Das temperamentvoll entstandene Chaos beruhigt Isolde gern zum Schluss durch eine klassische Weissübermalung. Dann geht´s schon weiter zum nächsten Bild.